Drehorgelmusik

Das ist unsere Drehorgel
Mein lieber Mann hat mir einen alten Wunschtraum erfüllt.
Nun haben wir eine Drehorgel.
Es ist eine zwanziger Violinopan. Sie sieht gut aus und klingt
sehr gut. Gebaut wurde sie bei Stüber, dem einzigen Berliner
Drehorgelhersteller.
Die schönen Intarsienarbeiten machen sie zu einer echten Augenweide.
Auf der Drehorgel sitzt entweder ein selbstgenähter Teddybär
oder im Netz vorne eine unserer pädagogischen Handpuppen.
Jetzt, in der Vorweihnachtszeit, begleitet mich meist unser Nikolaus.
Ihn lasse ich gern Bonbons an Kinder verteilen und allerlei Faxen machen..

Diese Drehorgel ist ein mechanisches Musikinstrument und
sie funktioniert mit Lochbändern. Je nach Bedarf, werden
Bänder mit der gewünschten Musikart eingelegt.
Ich spiele zu Geburtstagen, zu anderen feierlichen Anlässen und
auch einfach " nur so"
Wir haben Weihnachtslieder,Geburtstagslieder, Moritaten,
Paul Linke - Melodien,Gassenhauer,Schlager( Z.B.Oh Donna Klara).
Balladen,Volks-und Wanderlieder und vieles mehr.

In meiner Kindheit kamen noch oft die Leierkastenspieler
( meist ältere Männer) durch die Straßen und auf die Hinterhöfe.
Oft spielten sie am Vormittag, wenn die Hausfrauen das Mittagessen
kochten.Dann wurden die Küchenfenster zum Hof geöffnet und viele
Frauen sangen mit, während sie in den Töpfen rührten.
Wir Kinder durften dann einen Sechser oder gar Groschen
( das waren damals 5 und 10 Pfennigstücke)
in Papier wickeln und aus dem Fenster werfen, als Lohn für
die musikalische Unterhaltung.Moritaten und Küchenlieder
prägten sich so ein, dass damals fast jeder die Texte auswendig
mitsingen konnte.Besonders beliebt waren: Mariechen saß weinend
im Garten.., Warum weinst du holde Gärtnersfrau.., Sabinchen war
ein Frauenzimmer und natürlich viele Berliner Lieder.
Der Leierkasten war damals besonders bei den sogenannten "kleinen
Leuten" beliebt.Hatten sie doch weder das Geld , noch die Kleidung
und Zeit, in Konzerte zu gehen.Die Drehorgelmusik war wie ein
Lichtstreifen im Alltagsgrau.Sie brachte Freude in das
karge , mühselige Leben.Da tanzten die blassen, meist unterernährten
"Hinterhofgören" vergnügt um den Leiermann herum.
Es gibt ein schönes Gedicht von Heinrich Seidel, welches ich
demnächst auf dieser Seite mit einfügen werde.
In Berlin nennt man die Drehorgel auch gern Leierkasten.
sie gehört zu Berlin, wie der Bär und mit ihr wird ein Stück
" Altberliner Tradition" erhalten.
Seit einigen Monaten sind wir Mitglieder im Verein:
Internationale Drehorgelfreunde Berlin e.V.


Im September haben wir am Drehorgelfest im Tierpark Friedrichsfelde
teilgenommen, gemeinsam mit etwa 30 anderen Drehorgelspielern.




Wer Drehorgel spielt, muß sich auch an die Vorschriften dafür
halten. Diese bekommt man beim Umweltamt, wo ich mich
selbstverständlich gemeldet habe.Als Straßenmusiker muß
man wissen, wann man wo spielen darf oder auch nicht .
( und natürlich wann diese Tätigkeit beim Finanzamt gemeldet
werden muß.)
Zuletzt habe ich auf dem Weihnachtsmarkt in Berlin- Buckow
gespielt.Hier ein paar Bilder vom Weihnachtsmarkt:


Niko zeigt, wie gut er" HOHOHO!" rufen kann.

Manchmal bin ich auch begeistert abgelöst worden.

Es war runherum ein Vergnügen! ( auch wenn die Füße kalt wurden)
Wer mich in Berlin erreichen will und an Drehorgelmusik interessiert
ist, kann dies unter der E-Mail Adresse:
jula-online@gmx.de
Hier ist nun das Gedicht von Heinrich Seidel.
Es beschreibt wunderbar, wie das früher einmal war.
(noch vor meiner Zeit )
Ich habe das Gedicht in privatem Rahmen, anlässlich einer Hochzeit
vorgetragen und ein kleines Vorwort,"sowie Skizzen "sehr frei nach Zille"
dazu gemacht.




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